RAG Exploration & Production

Fragen und Antworten

Aufsuchung und Produktion von heimischem Öl

Was hat Österreich davon, dass die RAG Exploration & Production Öl fördert?

Die RAG E&P leistet mit dieser Produktion einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit Österreichs und erhöht die Unabhängigkeit von Importen. Die heimische Produktion steht damit im gesamtwirtschaftlichen Interesse Österreichs. Grundsätzlich sind alle Kohlenwasserstoffe (Öl und Gas) ”bundeseigene mineralische Rohstoffe”, d.h. sie stehen im Eigentum der Republik Österreich. Unser Unternehmen hat ein vertragliches Recht zur ”Aufsuchung, Gewinnung und Förderung von Kohlenwasserstoffen”. Im Gegenzug müssen wir aber auch einer ”Mindestaufsuchungsverpflichtung” nachkommen und verschiedene zusätzliche Abgaben an den Staat entrichten, nämlich Feldzins, Flächenzins, Förderzins und Speicherzins.

Wem gehört das Öl/Gas, das auf meinem Grund gefunden wird?

Die in Österreich vorkommenden Kohlenwasserstoffe, also Öl und Gas, sind Eigentum der Republik Österreich. Die RAG E&P hat ein vertragliches Recht zur "Aufsuchung, Gewinnung und Förderung von Kohlenwasserstoffen", muss im Gegenzug aber auch einer "Mindestaufsuchungsverpflichtung" nachkommen sowie verschiedene Abgaben an den Staat entrichten (Feldzins, Flächenzins, Förderzins, etc.). Die Besitzer der Grundstücke bekommen von unserem Unternehmenn ein Pachtentgelt für die Dauer der Nutzung ihrer Grundflächen. An den Erlösen aus der Produktion von Erdöl oder Erdgas sind sie, wie auch im Wasser- oder Bergbau, nicht beteiligt. Dies ist rechtlich im Mineralrohstoffgesetz geregelt.

Wie entstehen Öl und Gas?

Öl und Gas entstehen aus organischen Stoffen, also aus tierischen und pflanzlichen Resten. Im Wasser existierende Kleinstlebewesen und Algen sinken, wenn sie sterben, auf den Meeresgrund ab und werden in Schlamm eingebettet. Dadurch entsteht das sogenannte "Muttergestein", eine Schlammschicht, zu der kein Sauerstoff gelangt. Das Muttergestein wird mit der Zeit wieder und wieder überdeckt, wodurch Druck und Temperatur in dieser Schicht ansteigen. Unter diesen Bedingungen wird aus dem toten organischen Material Kerogen und aus diesem schließlich Kohlenwasserstoffe. Die entstandenen Kohlenwasserstoffe wandern aus dem Muttergestein in benachbarte Schichten, die eine bessere Durchlässigkeit haben, beispielsweise Sandstein. Wenn dieser Sandstein darüber liegend eine abdichtende Gesteinsschicht aufweist, kann sich eine Öl- oder Gaslagerstätte bilden. Dieser Vorgang, bei dem organisches Material zu Öl und Gas wird, läuft seit mehreren hundert Millionen Jahren unter der Erdoberfläche ab und findet auch heute noch statt.

Kann man Öl auch künstlich herstellen?

Grundsätzlich ist das möglich, im Falle von Öl allerdings nur mit einem hohen zeitlichen und finanziellen Aufwand.

Wie lange reichen die vorhandenen Ölvorkommen noch?

Die weltweiten Ölvorkommen reichen nach heutigen Schätzungen noch mehrere Jahrzehnte. Diese Zahlen sind jedoch vom zukünftigen Verbrauch und der technischen Weiterentwicklung abhängig.

Wo kommen Öl und Gas in Österreich vor?

Salzburg, Oberösterreich und Niederösterreich verfügen über Ölvorkommen. Die RAG E&P sucht und fördert im Salzburger Flachgau, im Oberösterreichischen Alpenvorland und im nördlichen Wiener Becken (Zistersdorf) heimisches Rohöl.

Wofür wird Öl benötigt?

Das Erdöl ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Wir brauchen es nicht nur als Treibstoff für Autos und Flugzeuge, sondern auch zum Heizen. Vor allem aber ist Erdöl ein ganz wertvoller Rohstoff für die Kosmetik-, Arzneimittel- und Kunststoffindustrie. Öl steckt in vielen Produkten, die wir im täglichen Leben nutzen. Das heißt, es steckt in Kunststoffen, Farben, Medikamenten und Kosmetika.

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Es sind nämlich chemische Stoffe, die aus dem Rohöl gewonnen werden. PVC (Polyvinylchlorid) etwa steckt in Fensterrahmen, Fußbodenbelägen und medizinischem Geräten, zum Beispiel in Schläuchen. Polyurethan eignet sich für Schaumstoffe in Polstermöbeln und Matratzen. Polystyrol findet sich in jeder Styropor-Verpackung. Ohne Polyethylen gäbe es keine thermoplastischen Kunststoffe, also keine Gießkannen, Eimer, Fernsehgehäuse, Plastikbehälter, Staubsauger. Polyamid ist der Stoff für Synthetikfasern, zu denen auch die Nylons gehören. Wasch- und Reinigungsmittel bauen auf Ethylenoxid auf. Von Behältnissen für die Nahrungsmittelindustrie, über CDs und DVDs bis zu pharmazeutischen Produkten - ohne Erdöl gäbe es vieles davon nicht. Seifen, Haarsprays, Waschmittel, Shampoos, Zahnbürsten, Autositze, Eimer, Folien, Matratzen, Kreditkarten, Computergehäuse, Farben, Fensterrahmen – die Liste ist endlos.

Erdöl wird auch in Schlüsseltechnologien der Energiewende genutzt: In Dämmungen für Kraftwerke und Pipelines, in Solarzellen und in Windkraftanlagen. Eine Windkraftanlage besteht zu zirka 45 Prozent aus Erdöl und Produkten der petrochemischen Industrie. Und ohne geeignete Schmierstoffe würden die Flügel stillstehen. 500 bis 600 Liter hochwertigen Schmieröls benötigt eine Windkraftanlage jährlich, um in Bewegung zu bleiben.


Sind Öl- und Gasfelder mit unterirdischen Seen vergleichbar?

Nein. Öl- und Gaslagerstätten sind keine unterirdischen Seen, sondern nach oben hin abgedichtete Sedimentschichten. Das Öl oder Gas befindet sich in porösen Gesteinen.

Wie funktioniert eine Seismik?

Die derzeit modernste, aufschlussreichste und wichtigste Methode bei der Suche nach Erdöl und Erdgas ist die 3D-Seismik.

Der Einsatz der hochentwickelten seismischen Spezialmessungen ermöglicht es, den Aufbau des Untergrundes und seiner geologischen Strukturen bis in Tiefen von 5.000 bis 6.000 Metern dreidimensional zu erkunden. Das Prinzip der Seismik besteht darin, Schallwellen zu erzeugen und deren Echo von den verschiedenen Gesteinsschichten des Untergrundes aufzufangen.

Erdöl und Erdgas sind Kohlenwasserstoffe, die sich durch biologische, chemische und physikalische Prozesse im Laufe der Erdgeschichte aus organischen Substanzen entwickelt haben. Nach ihrer Entstehung wandern Erdöl und Erdgas aus den sogenannten Muttergesteinen und sammeln sich bei günstigen Bedingungen in Gesteinsporen unterirdischer Lagerstätten an.

Aufgrund unterschiedlicher Materialdichte und Schallreflexion von Gesteinsschichten lassen sich so mögliche Erdgas- und Erdöllagerstätten lokalisieren. Die von Spezialfahrzeugen, sogenannten Vibratoren, ausgesandten Signale (Schallwellen) werden von den  verschiedenen geologischen Schichten des Gesteins im Untergrund reflektiert und dann von den an der  Erdoberfläche ausgelegten ca. 15 Zentimeter großen „Empfängern“ (Geophonen) registriert. Eine Messkampagne dauert im Normalfall vier bis acht Monate. Hochleistungsrechner ermitteln aus den gewonnenen Daten ein Bild – ähnlich wie beim Ultraschall. Die Verarbeitung der Rohdaten, die mitunter Millionen von Einzelspuren ausmachen, dauert einige Monate. Diese Ergebnisse werden dann von Geologen und Geophysikern strukturell und stratigrafisch-geologisch interpretiert, und so können die Experten Rückschlüsse auf mögliche  Öl- oder Gasvorkommen ziehen. Den endgültigen Nachweis über Erdöl und Erdgas im Untergrund bringt aber erst eine Bohrung.

Weitere Informationen zum Thema Seismik finden Sie hier.

Umweltschutz

Was unternimmt die RAG E&P für den Umweltschutz?

Naturschutzmaßnahmen
Schon in der Planungsphase wird bei der Errichtung von bergbaulichen Anlagen der Schutz der Natur bei jedem einzelnen Projekt der RAG E&P in der Umfeldanalyse berücksichtigt. Es erfolgt eine sorgsame Auswahl des Grundstückes, der Flächenbedarf wird so gering wie möglich gehalten, ebenso Emissionen sowie die Eingriffe in das Landschaftsbild. Nach Beendigung eines Projektes werden die Flächen vollständig rekultiviert. Unser Ziel ist, die Zusammenarbeit mit den Verwaltungsbehörden, Naturschutzsachverständigen, Planern, Gemeinden und Grundstückseigentümern kontinuierlich auszubauen und deren unterschiedliche Anforderungen und Interessen frühzeitig zu berücksichtigen.

Effizienter Einsatz von Energien und Ressourcen
Die für unsere Anlagen benötigte Energie versuchen wir möglichst effizient einzusetzen und zu verteilen. Mit der Inbetriebnahme sogenannter Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen können wir in Straßwalchen und Kremsmünster besonders effizient Strom oder Wärme aus unseren eigenen Produktionsanlagen nutzen oder in das öffentliche Netz einspeisen.

Bohrungen

Wie läuft ein Bohrprojekt ab?

Wie sieht ein Grundstück aus, wenn die RAG E&P ihre Förderung beendet, oder bei ihren Bohrungen nichts gefunden hat?

Oberhalb der Förderfläche ist schon wenige Monate nach bergbehördlicher Beendigung der Fördertätigkeit nichts mehr zu sehen. Und auch unterirdisch sind keine Nachbearbeitungsmaßnahmen nötig. Eine nicht fündige Bohrung wird nach den gesetzlichen Bestimmungen der Bohrlochbergbau-Verordnung (BB-V) verfüllt. Dabei wird das Bohrloch in mehreren Stufen zementiert und oben dicht verschlossen. Danach wird der Bohrplatz rückgebaut. Humus und die beim Bau abgetragene Grasnarbe wieder aufgebracht und wieder rekultiviert. Nach kurzer Zeit kann der ehemalige Bohrplatz wieder zur Nutzung an den Grundeigentümer übergeben werden. Auch von einer nicht fündigen Bohrung merkt man nach einigen Wochen nichts mehr.

Wie tief und mit welchem Durchmesser wird gebohrt?

Eine Tiefbohrung sieht schematisch aus wie ein Teleskop: Die Durchmesser werden von der Oberfläche hin zum eigentlichen Ziel immer kleiner. Die üblichen Größen an der Oberfläche liegen zwischen 43,8 cm und 21,6 cm und im Ziel oder Lagerstättenbereich zwischen 21,6 cm und 15,9 cm. Die Tiefe einer Bohrung, die sogenannte Teufe, variiert je nach Aufsuchungsfeld zwischen 1.500 und 3.500 m.

Sicherheit

Wie sichert die RAG E&P ihre Anlagen?

Priorität ist die Ausschaltung von Risiken, Gefahren und Schäden für alle bei der RAG E&P tätigen Personen, für die von unseren Tätigkeiten betroffenen Gemeinden und für die Umwelt.

Bei der Verhütung von Unfällen gelten nicht nur die Einhaltung von gesetzlichen Vorschriften. Wir verfolgen bei allen unseren Tätigkeiten das Ziel von „null Unfällen“. Um dieses Ziel zu erreichen, wurde ein eigener Managementbereich geschaffen, welcher auf Basis des internen Managementsystems für „Gesundheit, Sicherheit und Umwelt“ (GSU) die systematische Verfolgung der definierten Ziele sicherstellt und zu einer kontinuierlichen Umsetzung und Verbesserung beiträgt.

Neben den gezielten Arbeitsschutzmaßnahmen für die eigenen Mitarbeiter integrieren wir in einem hohen Maß die Fremdunternehmen in unsere Sicherheitsaktivitäten. Durch klare Prozesse, effiziente Kommunikation, definierte Richtlinien und Anweisungen können wir auch diesen Mitarbeitern den bestmöglichen Schutz von Gesundheit und Sicherheit bieten.

Auf höchste Umweltverträglichkeit wird bei allen  Arbeitsprozessen der RAG E&P geachtet. Die Optimierung des Energieeinsatzes, die Reduzierung von Emissionen, Technologien zur Abfallvermeidung und neue Methoden zur permanenten Überwachung und Prüfung von Anlagen und Leitungen werden dabei besonders berücksichtigt.

Kontakt

Andrea Schlager, MA
T +43 (0)50 724
F +43 (0)50 724-5238
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